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Naturkundliches zum Trubachtal

Interessantes zur Landschaft

Das Trubachtal gehört zu den reizvollsten Tälern der Fränkischen Schweiz. Die Trubach plätschert entlang zahlreicher Mühlen stets munter auf dem Talboden dahin. Vielgestaltige Felsformationen an den umgebenden Talhängen und Hochflächen prägen die abwechslungsreiche Landschaft. Dabei zeigt sich in Abhängigkeit von Feuchtigkeit, Nährstoffgehalt und Relief eine typische Abfolge von Biotop- und Nutzungstypen von der Talaue bis zur Hochfläche.

  • Ufernah sind in der Trubach auch typische strukturreiche Hochstaudenfluren zu bewundern, die im Hochsommer von dem intensiven Rotviolett des Blutweiderichs bestimmt werden. Die blütenreichen Stauden bieten zahlreichen Tieren Nahrung und Unterschlupf, so dass diese naturnahen Ufersäume ökologisch sehr wertvoll sind. Daran schließen sich auf dem Talboden flächige Grünlandnutzungen an.
  • Die steileren Talhänge entlang des Trubachtales werden von Laubmischwäldern eingenommen. Entlang des Oberen Trubachtales zeigen sich an den Hängen mancherorts Tuffbäche mit Sinterterrassen, weil die auf der Ornatenton-Verebnung austretenden Quellwässer den von der Hochfläche gelösten Kalk wieder freisetzen. Ab Untertrubach taucht der Ornatenton unter und das Tal verläuft nur noch im Weißen Jura (Malm). So lässt sich bei einer Wanderung trubachaufwärts gut beobachten, wie sich das Tal zunehmend verengt und sich ab Wolfsberg die schroffen Kalkfelsen direkt vom Rand des Talbodens erheben.
  • Die das Landschaftsbild stark prägenden steilen Felswände sowie die bizarren Felsnadeln und -türme waren zur Zeit der Romantik - als die Fränkische Schweiz von reisenden Dichtern ihren Namen erhielt - viel stärker sichtbar als heute. Das lag daran, dass die vorherrschende Beweidung der Hänge mit Schafen den Holzaufwuchs und damit die Bewaldung zurückdrängte. Hier gedeiht eine spezielle Felsvegetation mit seltenen Pflanzenarten. Dazu siedeln sich in ihrem Bestand gefährdete felsenbrütende Vogelarten an. Durch die aus betanischer Sicht inselhafte Lage der nördlichen Frankenalb haben sich sogar endemische Arten entwickelt, also Arten, die nur hier vorkommen. Dazu gehört die Fränkische Mehlbeere (Sorbus franconia) ein sehr lichtliebender, konkurrenzschwacher Baum, der auf Nieder-, Mittelwälder, Waldränder und Felsen angewiesen ist. Aus Artenschutzgründen und um das attraktive Landschaftsbild dieser Felsformationen sichtbar zu machen, wurden stellenweise Felsfreilegungen durchgeführt. Damit diese relativ umfangreichen Maßnahmen von anhaltender Wirkung sind, werden diese Bereiche in der Folgezeit von Schafen und Ziegen beweidet. Mit dem Ziel, die Belange des Naturschutzes und die Interessen der Kletterer, bei denen sich insbesondere die Dolomitfelsen großer Beliebtheit erfreuen, wurden für das Trubachtal Kletterkonzepte erstellt.
  • Auf den waldarmen Hochplateaus hat sich um die stark von Landwirtschaft geprägten Juradörfer ein Nutzungsmosaik aus Äckern, Obstwiesen und Grünland, eingefasst von Hecken und Saumgesellschaften gebildet. Da die Kalkplatte, die den Untergrund dieser leicht gewellten Hochfläche bildet, die Niederschläge versickern lässt, fehlen hier wie in anderen Karstlandschaften auch Still- und Fließgewässer fast völlig. An den trockenen und mageren Kalkhochflächen entwickeln sich bei Wiesennutzung in Anpassung an die extremen Lebensbedingungen Trockenrasen und blütenreiche Magerwiesen mit einer Insektenwelt von hoher Artenvielfalt. Bei Schafbeweidung entstehen Wacholderheiden, wie sie im Großenoher Tal zu sehen sind. Speziell an Kalmagerrasen angepasst, ist die Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum). Ihre schmalen, lanzettartigen Blätter stellen eine sehr gute Anpassung an die Trockenheit dar, denn durch die reduzierte Blattfläche wird die Verdunstung herabgesetzt. Verlässt man das Trubachtal in Richtung Osten, erreicht man das Gebiet der Kuppenalb um Betzenstein, welches aufgrund des kuppigeren Reliefs und der flachgründigen Böden stärker bewaldet ist als die Flächenalb im nordwestlicheren Abschnitt.