Aus der Geschichte des Marktes und Luftkurortes
Egloffstein

 

Schon sehr früh war das Egloffsteiner Land besiedelt. Dafür sprechen die vielen Bodenfunde, wie die in der Dietersberger Schachthöhle, in der Altenreuth, dem Kohlberg bei Bieberbach, dem „Alten Schloß“ bei Haidhof und bei Affalterthal, in der Schnelln Reuth, auf dem Heidelberg bei Schweinthal u.a. Diese Funde stammen durchwegs aus der Hallstattzeit (750 – 500 v. Chr.).

Mit der Gründung des großen Frankenreiches unter Karl dem Großen (768 – 814) kamen offenbar auch die Burgherren in unser Land, jene Vorfahren der heutigen Grafen und Freiherren von Egloffstein.

1184
wird urkundlich „Agilulfi lapidi“ erwähnt, jener Dynast, dem der Ort seinen Namen verdankt. Zur Erinnerung an dieses Ereignis errichtete der örtliche Fränkische-Schweiz-Verein den heutigen Agilolf-Brunnen am Marktplatz.

Am 13. Juli 1358
stifteten die Herren von Egloffstein eine Frühmesse, die heutige Kirchenstiftung. Die bis 1750 bestehende Burgkapelle, dem Hl. Bartholomäus geweiht, stand am Ort der im gleichen Jahr erbauten Pfarrkirche.

8.4.1450:
Im großen Städtekrieg zogen „Gereißig zu einem Raubzug gen Egloffstein und brannten Häuser auf dem Berg ab und brachten ein, rau viehs herein, wohl 60 küe und vil swein und geiß und etliche gefangen“.

1504
werden im Bereich von Egloffstein allein 6 Mühlen erwähnt, u.a. „Berntal-Mühle“. Das Trubachtal war das mühlenreichste Tal der Fränkischen Schweiz.

1525
Im Bauernkrieg wurde der Ort niedergebrannt.

1561
Dieses Jahr gilt als Jahr der Einführung der Reformation. Egloffstein erhielt ein evang.-luth. Pfarramt.

1632
Die Schweden beschossen vom Schwedenknock die Hofstatt auf dem Berg, die vorübergehend von kaiserlichen Truppen besetzt war. Der Ort ging in Flammen auf.

1645
“wurde der Ort durch kaiserliche Völker verbrannt“.

1750
Erbauung der jetzigen Pfarrkirche an Stelle der Burgkapelle.

1771
Einsetzung des ersten ordentlichen Schullehrers und Kantors Andreas Schmidt.

1775
Erbauung des stattlichen Witwensitzes am Marktplatz (Nr. 22), der vielseitig seine Verwendung fad, wie als Zehntspeicher, Schule und für kirchliche Zwecke (Orgelstube).

1803
Anlegung des Bergfriedhofes und Errichtung des Bahrhauses. Seit dieser Zeit Auflassung des Kirchhofes (Friedhofes) an der Dreikönigskirche des Dietersberges (nunmehr Ruine und Gedenkstätte).

1855
Die Herren von Egloffstein stiften die „Kinderbewahranstalt“, Vorläuferin des heutigen Kindergartens.

11.11.1866
In Egloffstein wird eine Postexpedition errichtet.

1890
In diesem Jahr wurde die Egloffsteiner Judensiedlung aufgelöst. Die letzten Juden verließen den Ort.

1935
Erste Errichtung des Schwimmbades.

1956
Zuerkennung des Prädikates „Luftkurort Egloffstein“ durch die Bayerische Staatsregierung.

1959
Die Bayerische Staatsregierung verlieh in Würdigung der historischen und wirtschaftlichen Bedeutung des Ortes Egloffstein das Marktrecht.

1973
Nach mehrjährigen Freilegungsarbeiten wird die Dreikönigskirchen-Ruine auf dem Dietersberg der Öffentlichkeit als Ort der Besinnung übergeben.

Affalterthal
afaltere = Apfelanbau. 775 m nordwestlich vom Ortskern ehemalige Burg; schon lange abgegangen. Vermutlich im Besitz der Herren von Egloffstein. Sehenswert ist im Ortskern die bauliche Einheit: Kirche – Pfarrhaus – Schule.

Bieberbach
Der alte ort wird 1225 n. Chr. bereits erwähnt. Der Name wird auf das frühere Vorhandensein von Bibern zurückgeführt. Mitten im Ort erkennen wird eine Felsenwildnis, dem Ort, wo einst das Burggut stand, das bereits 1706 Historiker als abgegangen bezeichnen.

Hundshaupten – Hundsboden
Ein sehr alter Ort am Beginn eines Baches gelegen. Schloß einst im Besitz der Herren von Wiesenthau. 1388 im Städtekrieg von den Nürnbergern niedergebrannt und 1412 durch die Burggrafen von Nürnberg erneut zerstört. Lange Zeit Ruine, dann wieder aufgebaut. Seit 1661 im Besitz der Freiherren von Pölnitz. Unterhalb des Ortes liegt der bekannte Natur- und Wildpark.

Schlehenmühle
Der heutige Gasthof „Schlehenmühle“ war vordem eine Mahl- und Sägmühle, umgeben von Schlehenbüschen, die ihr den Namen gaben. 1648 urkundlich erwähnt als zum Burggut Bieberbach gehörend.

Persönlichkeiten
des Hauses Egloffstein und der Bürgerschaft, die sich auf kulturellem aber auch wirtschaftlichem Gebiet großes Ansehen erwarben:

Leopold von Egloffstein
Fürstbischof zu Bamberg (1301 – 1343)

Johann von Egloffstein
Fürstbischof von Würzburg. Erster Gründer der Universität Würzburg (1371 – 1411)

Dr. Leonhard von Egloffstein
Bedeutender Humanist und Domher von Bamberg (ca. 1450 – 1514)

Die Göthefreundinnen, Gräfinnen von Egloffstein
Henriette (1773 – 1864) und deren Töchter Julie und Caroline standen in Weimar J. H. von Goethe in Freundschaft besonders nahe. Viele Gedichte und Briefe stammen aus jener Zeit. (Siehe Gedenkstätte „Komtessenruh“)

Geheimrat Dr. e.h. Fritz Neumeyer
Fritz Neumeyer war ein Egloffsteiner Förstersohn (1875 – 1935). Neumeyer, Grüner namhafter Industrien (u.a. Zündappwerke), bedeutender Wirtschaftsführer (siehe Neumeyer-Höhe am Pfarrfelsen!)

Landesbischof Professor Dr. Theol. Und Dr. phil. Wilhelm Stählin
weilte als Ortspfarrer von 1910 – 1916 in Egloffstein.