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Geschichte der Gemeinde Obertrubach |
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Die Gemeinde
Obertrubach in ihrer heutigen Ausdehnung ist das Ergebnis der Gebietsreformen
aus den Jahren 1972 und 1978. Seit 1978 bilden die ehemals selbständigen
Kommunen Obertrubach, Bärnfels, Geschwand und Wolfsberg mit ihren
Gemeindeteilen die Gemeinde Obertrubach in ihrer jetzigen Form. |
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Nachfolgend finden Sie einen kurzen Auszug aus der Geschichte von
Obertrubach. Weitere Informationen enthält die neu herausgegebene Chronik von
Obertrubach. Karl Reichel hat dieses interessante Werk aus Anlass der
urkundlichen Ersterwähnung vor 1000 Jahren erstellt. Neben umfangreichen Ausführungen zur Geschichte des Ortes und des
Trubachtales finden Sie darin auch Daten zur Kirchengeschichte und zur
Geschichte der Schulgemeinde. Umfangreiche, teils alte, Aufnahmen runden
dieses Werk ab. Die Chronik ist zum Preis von 15 € bei der Gemeindeverwaltung
Obertrubach erhältlich. |
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Unser Dorf - Herzogwind |
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Gesammelt
und aufgeschrieben von Albrecht Gröschel im Jahr 2009 |
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Durch die Teilnahme an der Gestaltung des Trubachweges war der
Ersteller dieser Chronik eines kleinen Dorfes aufgefordert, etwas über die Kultur
vergangener Zeiten beizutragen. Dabei musste er feststellen, dass alte
Vorgehensweisen ziemlich schnell in Vergessenheit geraten. Eigenes Wissen, Befragen von Personen, die die „alte“ Zeit noch kennen
und ein kleiner Teil von Dokumenten machte es möglich, dass eine Sammlung
entstand, die schon der jüngeren Generation nicht mehr geläufig ist. Alles
was aufgeführt ist, wurde durch lange Recherchen in hoffentlich
verständlicher Form zu Papier gebracht. Die Chronik können steht als PDF zum Download zur Verfügung (ca. 5 MB). Interessenten
können die Datei auf CD direkt beim Autor bekommen. |
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Obertrubach - Geschichte |
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Die Geschichte von Obertrubach ist nicht einfach zu erforschen, da Aufzeichnungen, Urkunden oder sonstige Schriftstücke und Quellen sehr spärlich sind. Häufiger werden die Aufzeichnungen mit der Gründung des Bistums Bamberg im Jahre 1007. Aus der Zeit davor gibt es nur kärgliche Nachrichten aus der Zeit Karls des Großen (786 - 814). In dieser Zeit (794) tauchen zum ersten Mal die Orte "Trobach" und "Herzewin" auf. |
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Von Karl dem Großen bis zur Gründung des Bistums Bamberg |
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In die
Regierungszeit Karls des Großen fällt die Errichtung der sogenannten
Gaugrafenschaften. Als Grenzen für einen Gau kamen von Anfang an nur
natürliche, in der Regel Gebirge und Flüsse, in Betracht. Zum östlichen Gau,
dem Radenzgau, gehörte auch Obertrubach. In Bavaria Band III ist unter den
ältesten Ortschaften im Radenzgau "Trucobaha" genannt. In Wachters
"Geschichte zu Pottenstein" ist nachzulesen: Im Jahre 741
gründete der Hl. Bonifaz das Bistum Würzburg und gab im Burkhard als ersten
Bischof. Weit in das Land östlich der Regnitz hinein erstreckten sich die
Besitzungen und Rechte des neuen Hochstifts. Eines der wichtigsten Rechte,
das die Kirche besaß, war der Zehnt. Lässt sich in einem im späteren Bistum
Bamberg gelegenen Ort nachweisen, dass er den Zehnt an das Bistum Würzburg
entrichtete, den sog. Würzburger Altzehnt, so war dies ein Zeichen dafür,
dass die Gemeinde schon vor der Gründung des Bistums Bamberg im Jahre 1007
bestanden hat. Nach dem ältesten Lehensbuch des Bistums Würzburg hat im Jahre
794 Siboto von Egloffstein als Würzburger Lehen den Zehnt im Dorfe
"Alfalterthal", "Almes", "Trobach", "Herzewin"
und andere Dörfer inne gehabt. Daraus ist zu entnehmen, dass
"Trobach", "Herzewin" und "Almes" die ältesten
Ansiedlungen unserer Gegend waren und vor 794 bestanden. Die Gegend
gegen Südosten (Richtung Betzenstein) gehörte zum bayerischen Nordgau.
Obertrubach lag also hart an der Grenze zwischen Radenzgau und Nordgau. Karl der Große
bemühte sich, die Wenden zu unterjochen und die zurückgebliebene heidnische
Bevölkerung dem Christentum zuzuführen. Eine Schrift des Joh. Heinrich von
Falkenstein, der hochfürstlich brandenburgischer-anspachischer Hofrat war,
berichtet, dass der Bischof von Würzburg im Pago Iphigau und Radenzgau 14
Kirchen für die von Karl dem Großen dorthin versetzten heidnischen Sachsen
hat auferbauen lassen. Nach dieser Quelle könnte man annehmen, dass die
Kirche von Obertrubach eine von diesen 14 Kirchen ist, da ja der Zehnt von
Trubach 794 als Würzburger Lehen vorkommt. Diese Ansicht ist auch Looshorn in
seiner Geschichte des Bistums Bamberg. Seite 15 führt er aus: Um das Jahr
930 finden wir als Gaugrafen in unseren fränkischen Gauen, also im Radenzgau,
das Geschlecht der Babenberger (Altenburg). Das Geschlecht ging durch Krieg
und Enthauptung zugrunde. Ein Teil der Stammgüter dieses Hauses - darunter
auch Obertrubach - wurde zur königlichen Kammer eingezogen. Diesen Teil
schenkte Kaiser Otto II (973 - 983) am 27. Juni 973 seinem Vetter, Herzog
Heinrich dem Zänker von Bayern, zum vollen Eigentum. Von ihm kamen diese
Güter an seinen Sohn Heinrich, welcher später als Kaiser Heinrich II das
Bistum Bamberg gründete und die Güter dem neuen Bistum schenkte. Da unsere Pfarrkirche dem Hl. Diakon St. Laurentius geweiht ist, könnte das erste Gotteshaus unserer Gemeinde während der Zeit der Zugehörigkeit zum Herzogtum Bayern erbaut worden sein. St. Laurentius war der Familienpatron dieses Regensburger Adelsgeschlechtes. |
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Die Gründung des Bistums Bamberg |
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Als Heinrich
II. im Jahre 1002 deutscher König wurde, stand bei ihm der Gedanke fest, an
seinem Lieblingssitz Bamberg ein neues Bistum zu gründen. Die Anerkennung des
Reiches zu dieser Gründung erfolgte am 1.11.1007 auf dem Reichstag zu
Frankfurt. Die Südgrenze des neuen Bistums verlief von der Erlanger Schwabach
und dem Oberlauf der Trubach quer durch Waldgebiete zur Pegnitz. Dem neuen
Bistum schenkte Kaiser Heinrich II. am 1. November 1007 den alten Königshof
Vorchheim (Forchheim), im Radenzgau gelegen mit allem Zubehör im weiten
Umkreis, alle nach Forchheim zuständigen Hörigen; solche sind: Truobaha
(Trubach), Tuoisbrunno (Thuisbrunn) u.a. Am 25. Juli
1109 verlieh Bischof Otto von Bamberg neben anderen auch den Zehnten von
Truobaha mit Leibeigenen beiderlei Geschlechts und allen Nutzungen dem
Collegiatstift St. Jakob in Bamberg zur Wiedererneuerung des verfallenen
Stifts. Am 28.10.1143
bestätigt Papst Cölestin II. (1143 - 1144) dem Kloster St. Jakob in Bamberg
seine Besitzungen. Unter den Gütern wird aufgeführt "Trubaha cum
cpella". Also bestand die Kapelle damals schon. Wie weit man über das
Jahr 1143 hinaus gehen darf, ist schwer zu sagen. Jedenfalls heißt es bei der
Aufzählung der Güter, die zum Weihetag 1109 nach St. Jakob gegeben wurden,
nur "Truobha cum mancipiis utrusque sexus et omni utilitate". Eine
Kapelle wird nicht genannt. Deshalb läge die Vermutung nahe, sie wäre
zwischen 1109 und 1143 entstanden. Aber man wird das Schweigen der Urkunden
nicht als strikten Beweis dafür nehmen können, dass die Kapelle noch nicht
bestanden habe. Im Jahre 1217 wird die Kirche in Trubach (= Obertrubach)
wiederum erwähnt. Sie wird 1230 als Basilica bezeichnet, war damals also bereits
Pfarrkirche. Die Kirche unterstand der alten Pfarrei Bühl (Urpfarrei
Schnaittach), die schon tief in ehemals eichstädtischem Diözesangebiet liegt. In lebendiger
Erzählung schildert eine Urkunde von etwa 1227 einen dramatischen Vorfall bei
einer Diözesansynode in Bamberg; dort gelang es dem Pfarrer von Bühl
nachzuweisen, dass er befugt sei, den Seelsorger in Trubach (Obertrubach)
einzusetzen. Er bewies das Recht durch 14 namentlich genannte und anwesende
Zeugen. Man möchte annehmen, dass das Besetzungsrecht von der früheren
Pfarrzugehörigkeit herstammt. Allerdings, das soll nicht verschwiegen werden,
sprechen gewisse Gründe dafür, dass der Pfarrsprengel von Obertrubach nicht
schon immer zu Bühl gehörte. Der Würzburger Bischof war noch im 14.
Jahrhundert Besitzer gewisser Zehntrechte in Herzogwind, Almos, Strahlenfels,
Reipertsgesee, Waiganz und Trubach. Daraus ließe sich der - freilich nicht
zwingende - Schluss ziehen, dass die Diözesanrechte Würzburgs von Westen her
in der Zeit vor der Bamberger Bistumsgründung bis in diese Gegend gereicht
hätten. Außerdem muss auffallen, dass die Grenze zwischen Radenzgau und
Nordgau die spätere Pfarrei Obertrubach durchschneidet, so dass der größere
Teil sogar im Radenzgau liegt. Eine Tatsache, die doch sehr gegen die Annahme
spricht, als seien hier von Anfang an die Pfarrverhältnisse so gelegen
gewesen. Durch unser
Gebiet führte also nicht nur die Grenze zwischen Radenzgau und Nordgau,
sondern auch die Grenze der Bistümer Würzburg und Eichstätt. Im Jahre 1016 wird der Raum zwischen Regnitz, Schwabach bzw. Trubachoberlauf und der Pegnitz vom Bistum Eichstätt an das Hochstift Bamberg abgetreten. Somit ist unser ganzes Gebiet dem Bamberger Bischof unterstellt. |