Julie von Egloffstein - Goethes glückliche Zeichnerin


Die begabte Malerin und Zeichnerin Julie Gräfin von Egloffstein wurde am 12. September 1792 in Erlangen geboren. Ihre Mutter Henriette Gräfin von Egloffstein siedelte mit ihren fünf Kindern allerdings frühzeitig nach Weimar um, weil dort bereits ein Teil der Egloffsteinschen Großfamilie lebte und in herzoglichen Diensten stand. Vor allem die Herzoginwitwe Anna Amalia, die entscheidende Mäzenatin der Weimarer Kunst- und Literaturszene, förderte die junge Gräfing als Bezugsperson. Sie war es auch, die die Gräfinnen von Egloffstein in den Freundeskreis um Goethe und andere geistige Größen einführte. Goethe wurde für Julie genauso wie der aus Kunreuth stammende Weimarische Staatskanzler Friedrich Müller zur wichtigsten Orientierungsgröße. Julie reiste viel im In- und Ausland,wo sie in städtischen Kreisen wegen ihrer Schönheit und ihres künstlerischen Talentes bewundert wurde. Dennoch sollte die ihr privates Glück in einer Beziehung Zeit ihres Lebens nicht finden. Egloffstein wurde immer wieder besucht und blieb bis zu ihrem Lebensende die eigentliche Heimat. In den Jahren bis 1830 machte sie sich als Portraitistin unter anderem von Goethe, dem bayerischen König Ludwig I. und Mitgliedern der Herzogsfamilie einen Namen. 1829 reist sie nach Italien, dem Arkadien der Künstler dieser Zeit, und reiht sich in die deutsche Künstlerkolonie in Rom ein.
Erst nach dem Tod Goethes 1832 kehrte Julie von Egloffstein nach Weimar zurück. In den folgenden Jahren, einen Aufenthalt in München inbegriffen, erlebte sie den Höhepunkt ihres künstlerischen Schaffens. Die letzten Jahre ihres Lebens wurden der Künstlerin zur Qual, sie ist gezeichnet von schweren körperlichen Leiden. Julie von Egloffstein starb am 15. Januar 1869 in Marienrode.
Das Römer-Museum in Hildesheim und das Goethe-Nationalmuseum in Weimar widmeten Julie von Egloffstein eine Ausstellung ihrer Werke zum 200. Geburtstag, im Jahre 1992.
In der Burg Egloffstein ist ihr zu Ehren ein Zimmer mit Staffelei und Zeichnungen eingerichtet.

Unterhalb des Burgfelsens befindet sich die sogenannte Komtessenruh.

Ein stiller Platz mit dem "Freundschaftsfelsen", auf dem eine Gedenktafel mit folgendem Goethe-Gedicht zu Ehren der Gräfin angebracht ist:

 

An Julien

Von so zarten Miniaturen,

Wie der schönen Hand sie glücken,

Schreitest du auf breitere Spuren,

Wichtiger umherzublicken.

Heil den ernsteren Geschäften!

Seligen Erfolg zu schauen,

Einigest zu Manneskräften,

Liebenswürdigeres der Frauen!