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Trubachweg |
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Rund
150 Millionen Jahre alt sind die Felsen des Trubachtales. Seit etwa 120 Millionen
Jahren wurde die Oberfläche der Fränkischen Alb in mehreren unterschiedlich
tief greifenden Verkarstungsphasen modelliert, bis endlich die tiefen Täler
im Laufe der letzten 1 Million Jahre herauspräpariert worden sind. Was
sind dagegen etwa 8000 Jahre menschlicher Siedlungstätigkeit? Dennoch gelang
es dem Menschen in dieser Zeit, die Landschaft grundlegend zu verändern.
Ursprüngliche Natur ist nicht mehr zu finden, allenfalls vielleicht noch in
den landwirtschaftlich niemals nutzbaren Felsgebieten. Und dort tummeln sich
heute Freizeitsportler. Die
geologischen Bedingungen geben den Rahmen vor, in dem die menschlichen
Besiedlungsphasen stattfinden. Die Möglichkeit der Besiedlung in eisfreien
Gebieten während der Eiszeiten, die kargen Karstböden, die Wasserknappheit,
die einerseits begrenzten und andererseits spezifischen und reichlich
vorhandenen Rohstoffe z.B. für den Hausbau; das Zusammenspiel all dieser
Parameter ist Thema des Trubachweges. Hier kann auf engstem Raum in 18
Stationen mit erklärenden Tafeln nachvollzogen werden, wie Geologie,
Verwitterung, Mensch und Veränderungen der Umwelt durch die Jahrtausende
menschlicher Besiedlung miteinander vernetzt sind. Die thematischen
Schwerpunkte des Trubachweges ermöglichen es, aus dem Wissen um die Vergangenheit
die Gegenwart besser zu verstehen, um darauf auch Erkenntnisse für zukünftige
Entwicklungen erlangen zu können. Das
Trubachtal und seine weitere Umgebung ist weit über die Grenzen Deutschlands
hinaus bekannt durch die jüngste Entwicklung in der Klettergeschichte bekannt
geworden. Hier finden die Marksteine des Sportkletterns von Wolfgang Güllich
und Kurt Albert. Sie locken weltweit die Kletterer an, um dort ihr Können zu
messen. Die Dolomit-Felsen des Trubachtals stellen in Form der bei Geowissenschaftlern
bekannten "Schwammriffe" nur eine der Besonderheiten dar, die sich
direkt auf die Kletterei auswirken. Die Griffigkeit und Rauhigkeit des oft
zuckerkörnigen Dolomits, verstärkt durch das Herauswittern (Löcher, Schlitze)
von Fossilien (Schwämme, Brachiopoden), sorgen oft für die besonderen
Griffkombinationen, die das Klettern hier so einmalig machen. Die
Blumenpracht der fränkischen Felsen und ihrer unmittelbaren Umgebung gehört
zu den artenreichsten Lebensgemeinschaften Mitteleuropas. Viele der Gräser
und farbenprächtigen Blüten sind Abkömmlinge Licht liebender Steppen-
und Gebirgspflanzen, deren Hauptverbreitungsgebiete oft hunderte Kilometer
entfernt sind. Nicht nur Pflanzen, auch Tiere haben sich auf das Leben an
Felsen spezialisiert. So ernährt sich die Raupe des Apollofalters
ausschließlich vom Weißen Mauerpfeffer, einer Pflanze der Felsköpfe.
Schnecken sich auf den Kalk (Bausubstanz für das Gehäuse) sowie auf Algen und
Flechten als Futter angewiesen. Die bekanntesten Felsenbrüter sind Uhu und
Wanderfalke. Die
zunehmenden Kletteraktivitäten beeinflussen aber diese Flora und Fauna in
immer stärkerem Maße. Um die Auswirkungen möglichst gering zu halten wurden
die Fränkischen Kletterkonzepte, wie u.a. das Kletterkonzept
Trubachtal entwickelt, die inzwischen bundes- und europaweit als Vorbild
dienen. Urkundlich
erstmals erwähnt wurden das Trubachtal bzw. seine Siedlungen im Jahr 1007.
Anlässlich der Gründung des Bistums Bamberg an Allerheiligen 1007 übergaben
König Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde aus ihrem Besitz 14 Orte rund
um den alten Pfalzort Forchheim, darunter auch Obertrubach, dem Bamberger
Bischof als Ausstattung für das neue Bistum. Doch besiedelt war das Trubachtal
schon seit der Steinzeit. Artefakte, vermutlich gefertigt aus
Hornsteinknollen, wie sie noch heute zwischen Schlöttermühle und Ziegelmühle
zu finden sind, legen davon Zeugnis ab. Seit damals war der Mensch bestrebt,
sich im Tal heimisch zu fühlen und sich die Natur nutzbar zu machen.
Wasserräder, Ackerterrassen, Hüllweiher, Hirtenhäuser sind noch Erinnerungen
an frühere Nutzungen, aber sie werden immer seltener. Entworfen
und konzipiert wurde der Trubachweg von der Sektion Erlangen in Zusammenarbeit
mit dem Institut für Paläontologie der Universität Erlangen. Beiträge zur
Gestaltung der Tafeln kamen vom Institut für Geografie, dem Institut für Ur-
und Frühgeschichte und dem Lehrstuhl für Angewandte Geologie. Mitglieder der
Gemeinde Obertrubach haben Daten und Fotos zu Themen der Heimatkunde
geliefert. Wesentliche Unterstützung hat das Projekt durch die Gemeinde
Obertrubach und ihren Bürgermeister erhalten. Finanziert wurde das Projekt
von der Gemeinde Obertrubach und über den Naturpark Fränkische Schweiz -
Veldensteiner Forst aus Fördermitteln der EU. Der
Trubachweg bietet sich aufgrund der umfassenden Thematik (Geologie, Kultur,
Klettern) für Schulungen geradezu an. Vielleicht wird auch der Deutsche
Alpenverein diese Möglichkeit nutzen. In das Lehrangebot der
Geowissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wird
er vom kommenden Wintersemester an integriert werden. Günther Bram, 29.07.2007 Ausgangspunkt
des Trubachweges ist der Parkplatz hinter dem Rathaus in Obertrubach. Er verläuft
zunächst im Trubachtal bis Wolfsberg und führt dann hoch zum Signalstein. Die
weitere Route verläuft über Hundsdorf, Herzogwind in das Gründleinstal und
zurück nach Obertrubach. Der Weg
ist mit dem oben dargestellten Markierungszeichen
ausgeschildert. Den
aktuellen Flyer finden Sie hier:
Der
Trubachweg ist in seinem Verlauf mit insgesamt 18 Informationstafeln
bestückt, die zu einzelnen Themen informieren. Die Infotafeln sehen Sie hier: 1. Allgemeine Erläuterungen zum Wegeverlauf 2. Der Malm (Weißer Jura) der Frankenalb 3. Die Trubachquelle – eine Karstquelle 4. Freilandmuseum zur steinzeitlichen Besiedlung des
Trubachtales 9. Frankens Kletterfelsen – Lebensraum für Pflanze,
Tier und Mensch 10. Felsformationen im Trubachtal – ein Eldorado für
Spezialisten aus Fauna und Flora 11. Hangrutschungen im Trubachtal 12. Der Signalstein 13. Bouldern am Rondell – in der Grüne Hölle 14. Streuobstwiesen – ästhetisches Element zwischen
Kultur- und Naturlandschaft im Trubachtal 15. Ackerterrassen – Zeugnisse einer Jahrhunderte
alten Kulturlandschaft 16. Das Hirtenhaus in Herzogwind 17. Die Hülle |
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Das Begleitbuch zu
diesem Weg erhalten Sie zum Preis von 8,50 Euro zuzügl.
Versandkosten bei der Touristinformation Obertrubach, Teichstr. 5,
91286 Obertrubach, Tel. 09245/988-0, Fax 09245/988-20 oder nutzen Sie unser Mail-Formular. Auf über 130 Seiten finden Sie weitere detaillierte
Informationen zu den Themenbereichen dieses Wanderweges. |