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Die fränkische Mehlbeere, einzigartig!

Steckbrief Mehlbeere - Was man von ihr wissen sollte

Die Fränkische und die Hersbrucker Mehlbeere gehören wie die weit verbreitete gewöhnliche Mehlbeere (mit botanischem Namen: Sorbus pannonica) zu den Rosengewächsen und sind mit unseren Obstbäumen verwandt. An der Blüte der Mehlbeeren ist ihre Verwandtschaft mit den Obstbäumen gut erkennbar. Die Blätter sind unterseits weißfilzig. Die zur Reife roten und innen mehligen Früchte wurden in Notzeiten getrocknet, wie Mehl gemahlen und als Brotzusatz verwendet. Die Sorbinsäure, ein Inhaltsstoff der Beeeren, hat konservierende Wirkung und machte das Brot zugleich haltbarer.
Die Verbreitung erfolgt durch unsere heimischen Vögel. Die leuchtende Farbe der Beeren lockt sie an. Vor allem Amseln und Drosseln verzehren das Fruchtfleisch gerne. Die unverdaulichen Same werden wieder ausgeschieden. Sie sind erst nach der Passage durch den Vogelleib überhaupt keimfähig. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Mehlbeere haben Fränikische und Hersbrucker Mehlbeeren eine leuchtende Herbstfärbung und sind wahrscheinlich nach der letzten Eiszeit, also vor rund 10.000 Jahren entstanden.

Die Blätter der Fränkischen Mehlbeere (Sorbus franconica) sind spitz und haben einen grob gesägten Blattrand, Sie sind aus der gewöhnlichen Mehlbeere und der Elsbeere entstanden.

Die Hersbrucker Mehlbeere (Sorbus pseudothuringiaca) und ihre Verwandten haben gelappte Blätter.

Die typischen Lebensräume der Mehlbeere sind zugleich prägende Landschaftselemente der Fränkischen Schweiz, die dieser Region ihren charakterisstischen Charme verlehen:

  • Felsen
  • lichte Wälder
  • Waldränder, Säume und Hecken.

Die Mehlbeeren schützen heisst deshalb auch, ein Landschaftsbild zu erhalten, das für Einheimische und Besucher gliechermaßen attraktiv ist.
Mehlbeeren-Schutz ist somit ein Gewinn für uns alle!

Ziel ist es letztlch, ein großflächiges Netz von geeigneten Lebensräumen für die endemischen Mehlbeeren zu schaffen und zu erhalten. Denn erst in einem solchen "Biotopverbund" ist ein langfristiges Überleben der endemischen Mehlbeerenarten gesichert.

Text und Konzeption: Barbara Füchtbauer

Nutznieser:

Wo die fränkische Mehlbeere gedeiht, fühlen isch auch andere Pflanzen und Tiere wohl!

Das Felsen-Steinkraut siedelt in Polstern an besonnten Felbändern
Die Küchenschlle wächst gerne an sonnigen Waldrändern und auf Wacholderheiden. Sie ist durch den Rückgang der Schafbeweidung gefährdet.
Der Blut-Storchschnabel wächst gerne auf kalkhaltigen, trockenwarmen Böden.
Die Wald-Anemone ist eine typische Art der Waldsäume und wächst wie die endemischen Mehlbeeren an Waldrändern.

Stattliches Knabenkraut wächst gerne im Niederwald unter einer Fränkischen Mehlbeere,
Den Zwergbuchs findet man auf mageren und trockenen Böden, vor allem in lichten Dolomit-Kieferwäldern.
Das Rote Waldvögelein gedeiht in lichten, trockenen Wäldern und an Waldrändern.
Das seltene Brand-Knabenkraut findet man auf Kalk-Magerrasen.
Der gefährdete Frauenschuh gedeiht in lichten Wäldern und Gebüschen, Die Kugelblume findet man vereinzelt auf sonnigen, felsigen und ungestörten Standorten.

Magerrasen und blütenreiche Säume sind Lebensraum für viele Schmetterlinge.
Zauneidechsen brauchen sonnige Verhältnisse, um aktiv werden zu können.
Das immergrüne Felsenblümchen lebt an den voll beesonnten Felsen der Fränkischen Schweiz. Es ist ein Relikt aus der letzten Eiszeit und kommt sonst nur noch in den Alpen vor.

Endemische Arten - das heißt: weltweit einmalig!
Endemische Arten sind Pflanzen - oder Tierarten, die auf der ganzen Erde nur in einem eng begrenzten Gebiet vorkommen. Zu ihnen gehören die Fränkische und die Hersbrucker Mehlbeere und weitere nah verwandte Arten, deren Schutz und Förderung Ziel des Projektes ist. Sie wachsen nur in der Nördlichen Frankenalb: Würden sie hier verschwinden, wären sie für die ganze Erde unwiederbringlich verloren.