Brauchtum im Trubachtal

Aktives Kulturleben und Brauchtum prägen den Charakter eines jeden Ortes.

"Und wir müssen die Menschen daran erinnern, dass Kultur kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit zum Leben, die man braucht, wie die Luft zum Atmen…"

Die Höhepunkte des Jahres sollte man sich keinesfalls entgehen lassen:

Januar:

Beschluss der Ewigen Anbetung in Obertrubach, die Lichterprozession in Obertrubach am 3. Januar.

Karwochen und Ostern:

Der Palmsonntag leitet die Karwoche, die Heilige Woche ein. Am Palmsonntag gedenken die Christen dem Einzug Jesu in Jerusalem.
Im Mittelpunkt steht die Weihe der Palmzweige. Hierauf folgt die Prozession mit den geweihten Zweigen.

Mit dem Gründonnerstag wird das Glockenläuten eingestellt. Zum "Gloria" der Messe läuten die Ministranten nochmal die Glocken, um dann mit einer Klapper oder Ratsche aus Holz zum täglichen Gebet einzuladen. Sie rufen: "Das ist der englische Gruß, den Jeder Christ beten muss, ave, ave…"
Die Kinder ziehen dreimal pro Tag durch die Dörfer und Ratschen.
Als Belohnung dürfen die Ministranten am Ostersamstag wohlverdienten Lohn in den Häusern bei den Bewohnern abholen (Süssigkeiten, Geld).

Karfreitagsliturgie in den Kirchen an das Sterben von Jesus Christus gedacht.

Osternacht - Weihe des Osterwassers und der Osterkerze

Unzählige Brunnen und Quellen werden reich mit handbemalten Eiern und Girlanden geschmückt.

April:

Walburgisnacht, Abgeleitet von der heiligen Walburga.
Die hl. Walburga ist die Schutzpatronin der Seeleute und Schutzheilige gegen den Sturm sowie gegen Krankheiten, Seuchen, Hungersnot und Missernte und der Bauern.
Nach dem Walburgistag, dem 30. April, wird das Osterwasser auf die Felder getragen und mit dem geweihten Wasser bespritzt.
Heidnische Mächte sollen vertrieben werden. Die gesegneten Felder sollen so reiche Ernte hervorbringen und vor Hagel und Sturm schützen.

Tipp: Besuchen Sie die Walburgiskapelle auf dem Walberla, dem Berg der Franken!

Fronleichnam in Obertrubach, Fronleichnamsprozession

Das Fronleichnamsfest ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche.
Es bedeutet die Einsetzung der Eucharistie.
Das letzte Abendmal feierte Jesus mit seinen Jüngern am Gründonnerstag. Da wegen der Karwoche kein großes Fest gefeiert werden kann, hat man den zweiten Donnerstag nach Pfingsten ausgewählt.
Gedacht wird an das letzte Abendmahl, der Einsetzung des Altarsakramentes (lebendiger Leib).
An Fronleichnam findet die Fronleichnamsprozession durchs Dorf Obertrubach statt.
Alle Vereinsabordnungen führen ihre Fahnen mit und sind in Tracht gekleidet.
Es werden Altäre errichtet, die mit Blumenteppichen und frischem Grün geschmückt werden.
Bei der Prozession trägt der Pfarrer das Allerheiligste unter dem Baldachin mit.
Die Kommunionkinder begleiten das Allerheiligste und Blumenmädchen streuen Blumen.
Die Jugendblaskapelle spielt das Lied: Deinem Heiland deinem Lehrer.
Fürbitten und Kirchenlieder wechseln sich ab.
Anschließend findet ein musikalischer Frühschoppen an der Kirche statt.

Juni:

Johannisfeuer und Sonnwendfeuer

Sommerfest rund um den Johannestag, den 24. Juni

Der Johannistag ist die Sommersonnenwende, der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres.

Dem Volksglauben nach sollte das Johannisfeuer Dämonen abwehren, die Krankheiten hervorrufen und Viehschaden bewirken.

Kirchweihfefste:
Die Kirchweih entstand aus der Kirchweihe. Jede Kirche ist einem Patronat, einem Kirchenheiligen geweiht. Am Namenstag des Kirchenheiligen wird die Kirchweih abgehalten.
Früher feierte Obertrubach dreimal im Jahr Kirchweih, die erste nach Ostern, die zweite am Sonntag nach Laurenti, die dritte am Sonntag nach St. Michael.
Neben den Festgottesdiensten zur Kirchweih übernehmen heute oft Sportvereine das Abhalten der Kirchweihen. Zum Kerwafest gehören Traditionen und Rituale. 

Termine zu den Kirchweihen im Trubachtal finden Sie im Veranstaltungskalender

Juli: 

das Fränkische Kirschenfest in Pretzfeld, am dritten Juliwochenende.

Wallfahrten, Flurumgänge und Prozessionen

Flurumgänge. Beim traditionellen Flurumgang ziehen die Gläubigen der Pfarrei betend und singend duch die Fluren. Die Menschen bitten um Hilfe bei ihren großen und kleinen Anliegen, um Gesundheit und eine gute Ernte.

Kräuterweihe an Maria Himmelfahrt

Brauch aus dem 9. Jahrhundert. Maria Himmelfahrt, 15. August,  - Kräuterweihe
Die Kräuterweihe gehört zu den volkstümlichen Bräuchen der katholischen Kirche. Der Brauch ist schon seit dem 9. Jahrhundert bekannt.
Zum Hochfest Maria Himmelfahrt werden Kräuter zu einem Strauß gebunden und mit zur Kirche gebracht. Dort werden die Kräuterbüschel gesegnet. 
Typische Kräuter sind Alant, Echtes Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian, Eisenkraut und verschiedene Getreidesorten.

Oktober:

Erntedankfest, Erntekrone. Am ersten Sonntag im Oktober wird das Erntedankfest gefeiert.
Das Fest geht wohl auf einen altrömischen Brauch um 300 nach Christus zurück.
Man dankt dem Herren für die gute Ernte in dem schön dekorierte Körbe mit Früchten und Gemüse vor festlich geschmückten Altären präsentiert. Oft wird dazu eine Erntekrone aus Ähren wie Roggen, Weizen, Gerste und Hafer gebunden und zum Gottesdienst gebracht.
In Obertrubach ziehen die Kinder vom Pfarrhaus in die Kirche ein. Dabei sind Kindergartenkinder und Schulkinder. Jedes Kind trägt seine Gaben zum Altar.

Die zwölf Rauhnächte zwischen dem 24. Dezember und 6. Januar

Aberglauben oder ...  Den 12 Rauhnächten vom 24. Dezember bis zum 6. Januar wird besondere Bedeutung zugewiesen: Stürmische Mächte der Mittwinterzeit, wie das Wütende Heer, zeigten ihr Unwesen.
In den Rauhnächten wurden geweihte Kräuter von Maria Himmelfahrt unters Dach gelegt bzw. dem Vieh unters Futter gemischt, damit Mensch und Vieh gesund bleiben, und dass kein Unheil über das Haus und die Familie hereinbricht (Brand) (Siehe auch Maria Himmelfahrt).
Abgerglauben. was man nicht tun sollte, während der Rauhnächte.. aus Bärnfels

  • Was man in den 12 Nächten träumt, das geht in Erfüllung

  • Bäckt man Brot, brennt es in diesem Jahr

  • Schaut man zum Schlafzimmerfenster hinaus, bekommt man geschwollene Beine

  • Setzt man sich auf einen Tisch, bekommt man am Gesäß ein Furunkel

  • Kocht man Hülsenfrüchte, so kommt die Hexe zum Schornstein herein

  • Man soll keine Wäsche aufhängen, sonst hängt man whd. d. Jahres eine Kuhhaut auf

  • Gräbt man während der 12 Nächte bei einer Wegekreuzung um Mitternacht einen Spiegel ein, sieht man alle bösen Geister

  • Zersprengt eine Kuh die Kette, so stirbt jemand in der Familie

  • Zeichnet man mit geweihter Kreide einen Kreis und stellt sich in den Kreis hinein, so sieht man einen Sarg auf dem Haus, in dem einer stirbt

  • Schaut man in der Silvesternacht um 24 Uhr zum Himmel und erblickt einen Sarg, so stirbt jemand in der Verwandschaft

  • Schneidet man Finger- und Zehennägel ab, so gibt es Krankheit in der Familie

  • Fasst man einen Krauttopf an, so wächst im nächsten Jahr kein Kraut

  • Weht der Wind recht stark, gibt es viel Obst

  • Wäscht man Bettwäsche, so stirbt jemand in der Familie

  • Lässt man Bettwäsche am Trockenboden hängen, hängt sich einer auf
    .. aus der Chronik Bärnfelser Heimat von Eleonore Martin

 

 

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